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Reports on patient safety

Eight Futures Forum
WHO 2005 Governance of Patient Safety (3.35mb)

When things go wrong, responding to adverse events
Harvard rapport 2006

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Deklaration 2005
Am Sonntag, dem 21. November 2004 kam es in Dormagen, Nordrhein-Westfalen, zu einer Zusammenkunft von erheblicher Bedeutung. Dabei handelte es sich um die 1. Europäische Konferenz von Patientenschutz-Vereinigungen, die sich für die unschuldigen Opfer medizinischer Behandlungsfehler stark machen. Sieben Organisationen aus sechs europäischen Staaten waren vertreten.

Alle beteiligten Organisationen betonen nachdrücklich, dass die medizinischen Versorgungssysteme in Europa für die allermeisten Patienten ausgezeichnet funktionieren, dass es aber zu einer Vielzahl, teilweise systembedingter, Behandlungsfehler mit größtenteils schwerwiegenden Folgen für die Patienten kommt.
Aktuelle Studien aus den U.S.A., Großbritannien und Australien zeigen, dass ungefähr 10% der Patienten von medizinischen Behandlungsfehlern betroffen sind, davon etwa 1% Todesfälle und Menschen mit nachfolgend permanenten, schweren Behinderungen. Dies bedeutet, dass europaweit jährlich zehntausende Patienten völlig unnötigerweise durch medizinische Fehlbehandlung sterben, eine ähnlich hohe Anzahl erleidet ernstliche und dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die Lebensqualität dieser Betroffenen sinkt oftmals auf ein unerträglich niedriges Niveau, viele werden dauerhaft erwerbsunfähig. Darüber hinaus wird den, ohnehin stark belasteten, Europäischen Sozialsystemen eine nicht mehr hinzunehmende Kostenlast aufgebürdet.

Im Verlauf der Konferenz kam es zu einem regen Austausch über die spezifischen Erfahrungen behandlungsgeschädigter Patienten in den einzelnen Teilnehmerländern. Zwischen den Mitgliedern der anwesenden Verbände wurde eine bemerkenswerte Einigkeit und Empathie erzielt, als klar war, dass die Opfer medizinischer Fehlbehandlung in ganz Europa vor nahezu denselben Schwierigkeiten stehen.


Erfahrungswerte:

  • Verweigerung wahrheitsgemäßer Informationen über Ursprung und Ausmaß der vom Arzt verursachten Schäden.
  • Ausweichende Mediziner, die zum Teil gezielt Fehlinformationen verbreiten. Dieses Verhalten gipfelt oft in einer wahren Konspiration des Schweigens und Vertuschens.
  • Große Schwierigkeiten, die kompletten Behandlungsunterlagen zu erhalten, gerade die entscheidenden Dokumente fehlen oft oder sind bewusst verfälscht worden.
  • Verbale und schriftliche Versuche, den Patienten auf die "Psycho-Schiene" abzuschieben, nach dem Motto: "wer nicht gesund wird, ist psychisch krank". Diese menschenverachtende Vorgehensweise führt oft zu einer Zerstörung der Persönlichkeit und macht es dem Patienten nahezu unmöglich, adäquate medizinische Weiterbehandlung zu erlangen. Die Gesundheit und sogar das Leben des Patienten werden so in unerträglicher Weise aufs Spiel gesetzt.
  • Keine Aufklärung über Behandlungsalternativen (hierbei scheint es sich um ein wirklich überall anzutreffendes Phänomen zu handeln).
  • Große Probleme bei dem Versuch, auf gesetzlichem Wege zu Schadenersatz und Schmerzensgeld zu gelangen. Inkompetente Anwälte und medizinische Experten, die durch Falsch- und Vertuschungsgutachten die Fehler ihrer Kollegen verschleiern und negieren, machen das berechtigte Streben nach finanzieller Kompensation für viele Betroffene unerträglich schwierig, wenn nicht gar unmöglich.
  • Geschädigte Patienten werden als Querulanten abgestempelt und zu "personae non gratae" erklärt - ihnen die Wahrheit über Entstehung ihrer gesundheitlichen Probleme mitzuteilen, wird vermieden um zu verhindern, dass sie mit Hilfe dieser Informationen möglicherweise erfolgreich prozessieren könnten.
  • Die Loyalität unter den professionellen Erbringern medizinischer Dienstleistungen erweist sich immer wieder als wesentlich ausgeprägter als die ethische, moralische und gesetzliche Pflicht, dem geschädigten Patienten Hilfe zukommen zu lassen.

All diese angeführten Punkte dokumentieren, in welch vielfältigem Ausmaß Patienten in Europa geschädigt werden. Diese Vorgehensweise stellt eine eklatante Verletzung der Menschenrechte dar, welche im European Human Rights Act 2000, Artikel 5/6 sowie der Universal Declaration of Human Rights der Vereinten Nationen, Artikel 25 (10/12/48) niedergelegt sind.

Die übliche Vorgehensweise bei Behandlungsfehlern:
Das Verhalten von Medizinern im Falle eines Behandlungsfehlers ist am ehesten vergleichbar mit dem Verursacher eines schweren Verkehrsunfalls, der Fahrerflucht begeht, obwohl am Unfallort tote und verstümmelte Opfer zu beklagen sind.
Im Gegensatz zu diesem Autofahrer hat der Mediziner allerdings die Möglichkeit, das Auftreten eines schweren Behandlungsfehlers, sogar bei tödlichem Ausgang, schlicht und einfach nicht zu melden oder abzustreiten und sich somit aus jeglicher Verantwortung zu stehlen.
Jeder Verkehrsteilnehmer, der sich eine derartige Verantwortungslosigkeit zu Schulden kommen ließe, sähe sich sofort staatsanwaltlichen Ermittlungen ausgesetzt.


Die unterzeichnenden Betroffenen-Verbände rufen sowohl ihre nationalen als auch die auf europäischer Ebene politisch Verantwortlichen und die WHO, sowie die nationalen und internationalen Ärzteverbände auf, ihren gesetzlichen, ethischen und moralischen Pflichten gegenüber behandlungsgeschädigten Patienten nachzukommen und zwar durch:

  • Gesetzliche Verpflichtung, medizinische Behandlungsfehler zu dokumentieren und öffentlich zu machen und zwar in vollständiger, inhaltlich korrekter sowie dem Patienten und seiner Familie verständlicher Form.
  • Gesetzliche Verpflichtung, dem Opfer eines Behandlungsfehlers bestmögliche medizinische Hilfe zu Teil werden zu lassen.
  • Gesetzliche Verpflichtung, die Opfer angemessen zu entschädigen.
  • Einrichtung nationaler und internationaler Systeme zur Erfassung und Analyse medizinischer Behandlungsfehler und ihrer Entstehung unter Einbeziehung der Patienten.
  • Entwicklung nationaler und internationaler Systeme zur Verbesserung der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen durch Verhinderung von Behandlungsfehlern.



Wir fordern einen rigorosen Kulturwandel, um zu Beginn des dritten Jahrtausends endlich ein Verhältnis zwischen Patient und Arzt zu schaffen, bei dem die Heilung im Vordergrund steht. Das gegenwärtige Handlungsprinzip "Verleugnen und Vertuschen" muss ersetzt werden durch eine Kultur der Offenheit und Ehrenhaftigkeit. Dies würde beiden Seiten zu Gute kommen, sowohl Ärzten als auch Patienten!

Iatrogenic Europe Unite (IEU)



Die unterzeichnenden Verbände:

AMNA, Nordirland
SIN, Grossbritannien
SIN-NL, Niederlande
Deutscher Patienten Schutzbund e.V., Deutschland
Notgemeinschaft Medizingeschädigter in Bayern e.V., Deutschland
Patientforeningen Danmark, Daenemark
Patient Focus, Irland

 





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